Von außen erkennt man eine Moschee oft schon von weitem am Minarett und Kuppel. Das Minarett ist der zum Gebäude gehörige Turm, der meist oben eine kleine Plattform hat, die über eine Treppe zu erreichen ist.

Minarett (vom arabischen Wort „Manara“) bedeutet Leuchtturm.

Während bei anderen Gebetsstätten die Zeit für den Gottesdienst mit Hilfe bestimmter Instrumente, wie z.B. Kirchenglocken, bekannt gemacht wird, benutzt man im Islam hierzu die menschliche Stimme.

Nicht jede Moschee hat ein Minarett, aber es gibt immer einen Muezzin, einen Mann, der zum Gebet ruft (arab. „muadhdhin“ vom Wort „adhan“, das Ankündigung und hier speziell Ankündigung des Gebets bedeutet). Dieser Mann kann z.B. auch vom Dach oder obersten Fenster des Gebäudes rufen oder von sonst einem Ort, von wo sein Ruf weit trägt und gut vernommen wird.


Der Muslim betet zu fünf bestimmten Tageszeiten vorgeschriebene Gebete und so ruft auch der Muezzin zu diesen fünf Tageszeiten den Gebetsruf:

  • morgens früh, in der Morgendämmerung, noch vor Sonnenaufgang zum Frühgebet (fadschr)
  • mittags, wenn die Sonne den höchsten Punkt ihrer Laufbahn am Himmel überschritten hat, zum Mittagsgebet (zhuhr)
  • nachmittags, etwa im zweiten Drittel zwischen Mittag und Abend (wenn der Schatten so lang ist wie der Gegenstand), zum Nachmittagsgebet (asr)
  • abends, wenn die Sonne untergegangen ist, zum Abendgebet (maghrib)
  • in der Nacht, wenn es völlig dunkel geworden ist, zum Nachtgebet ('ischa).


Die Gebetszeiten richten sich immer nach dem Stand der Sonne, verschieben sich also täglich ein wenig und fallen z.B. im Winter auf ganz andere Uhrzeiten als im Sommer. Auch hierin ist wieder – wie bei der Ankündigung der Gebetszeit – die Schlichtheit und Natürlichkeit im Islam zu erkennen: Um die Gebetszeiten zu bestimmen, bedarf es weder besonderer Fähigkeiten oder gar etwa besonderer Weihen noch eines besonderen Instrumentariums, nicht einmal einer Uhr. Jeder Mensch, auch der einfachste, gleich wo er sich befindet, kann sich mit einem Blick nach dem Sonnenstand behelfen.

Der Gebetsruf erfolgt nach dem Beispiel aus der Zeit des Propheten Mohammad in arabischer Sprache. Wenn man ihn ins Deutsche übersetzt, bedeuten seine Worte ungefähr folgendes:

  • Allah ist größer (4-mal)
  • Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt (2-mal)
  • Ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allah ist (2-mal)
  • Kommt zum Gebet (2-mal)
  • Kommt zum Erfolg (2-mal)
  • Allah ist größer (2-mal)
  • Es gibt keinen Gott außer Allah

Gebetszeiten

9 Muharram, 1440h

Athan Iqama
Fajr 05:28 06:15
Shuruq 06:56
Dhuhr 13:11 13:30
Asr 16:35 16:45
Maghrib 19:24 19:30
Isha 20:53 21:05

Freitagspredigt auf:
  • Arabisch: 13:30
  • Deutsch: 13:30

Iqama-Zeiten